Schaffhauser Nachrichten berichten über „Ich trage Ihr T-Shirt“

2 Februar 2010 von Stefan Steiner Kommentieren »

Letzten Freitag hatte ich einen Interviewtermin mit Philipp Lenherr von den Schaffhauser Nachrichten betreffend dem Projekt „Ich trage Ihr T-Shirt. Heute erschien nun sein Artikel mit dem Titel „Studium-Sponsoring mit T-Shirt-Werbung in den Schaffhauser Nachrichten. Vielen herzlichen Dank für die Berichterstattung.

Artikel von Philipp Lenherr zu „Ich trage Ihr T-Shirt“

Studium-Sponsoring mit T-Shirt-Werbung
Ein Student aus Thayngen bessert sein Budget mit einer innovativen Sponsoring-Idee auf. Einen Monat nach Beginn der Aktion ist die wandelnde Werbesäule bereits gut gebucht.

Studiengebühren und steigende Lebenshaltungskosten zehren am Studentenbudget. Nebenjob, elterliche Unterstützung und Stipendien sind die häufigen Antworten darauf. Mit «Ich trage Ihr T-Shirt» hat sich der 26-jährige Thaynger Stefan Steiner, der an der ZHAW in Winterthur Betriebsökonomie studiert, gleich selber einen Nebenjob beschafft, inklusive unternehmerischer Freiheiten und Risiken.

Steigende Preise
Das Geschäftsmodell ist schnell erklärt: Steiner trägt jeden Tag das T-Shirt einer Firma, welche ihn dafür bezahlt. Die Preise steigen fortlaufend. Der 1. Januar kostet einen Franken, der 31. Dezember wird 365 Franken kosten. Zudem wird die Firma im Blog von «Ich trage Ihr T-Shirt» (unter www.ichtrageihrtshirt.ch) vorgestellt. Nach dem ersten Monat zieht Steiner eine positive Zwischenbilanz. «Das Projekt ist sehr gut angelaufen, ich bin bereits bis Mitte April ausgebucht.» Und so trägt er nun Tag für Tag die T-Shirts seiner Sponsoren an den Vorlesungen in Winterthur, zu Hause in Thayngen oder im Ausgang. «Natürlich ist die Werbewirkung nicht gleich gross wie beispielsweise bei einem Zeitungsinserat – dafür sind die Kosten aber auch wesentlich geringer.» Für zusätzliche Wirkung sorgen die zahlreichen Medienberichte über seinen ungewöhnlichen Neben- job. Die Firmen liefern das T-Shirt und bezahlen den vom Datum abhängigen Betrag. Seine eigenen Ausgaben hält Stefan Steiner so tief wie möglich. Dafür steckt er täglich fast drei Stunden Arbeit in das Projekt. Für den ausgebuchten Februar erwarten ihn Einnahmen in Höhe von 1274 Franken – ein ordentlicher Zustupf ans Studentenbudget. Gelingt es ihm, alle Tage im Dezember zu verkaufen, winken allein für diesen Monat Einnahmen von sage und schreibe 10 850 Franken. Der maximal mögliche Umsatz für das gesamte Jahr beläuft sich auf fast 67 000 Franken.

Akademischer Spätzünder
Ungewöhnlich an Stefan Steiners Studentenleben ist nicht nur, dass er sich seinen Nebenjob gleich selber geschaffen hat, sondern dass er auch erst relativ spät ein Studium begonnen hat. Er absolvierte bei der Credit Suisse eine Lehre und anschliessend eine Berufsmatur. Danach arbeitete er fünf Jahre lang im Marketing. Erst dann hat er sein Studium begonnen. «Wahrscheinlich fällt es mir auch wegen dieser bereits relativ langen Arbeitserfahrung schwer, einfach mal nichts zu tun», sagt Steiner und verweist auf seine weiteren Tätigkeiten als Webdesigner und Marketingberater. Sein prominentester Kunde ist der ehemalige Skirennfahrer Franco Cavegn, für den er die Internetseite betreut. Das Internet ist auch das wichtigste Werkzeug für das T-Shirt-Sponsoring. Anfänglich habe er seine Idee vor allem via Blogs bekannt gemacht. Erste Kunden wurden im Bekanntenkreis rekrutiert, und dann kam die Sache ins Rollen. Das Akquirieren von Kunden sei aber nach wie vor harte Arbeit, so Steiner. Die Reaktionen seiner Studienkollegen und Studienkolleginnen seien unterschiedlich ausgefallen und reihten von «coole Idee» bis «so etwas würde ich nicht machen». Ein Student habe aber auch gleich einen Tag gebucht – um Werbung für sich selber zu machen. Steiner ist nicht verpflichtet, die T-Shirts jederzeit sichtbar zu tragen — das wäre gerade jetzt im Winter ja auch fast unzumutbar. Trotzdem brauche es manchmal etwas Mut, die Sache durchzuziehen. «Wenn man mit einem T-Shirt mit der Aufschrift: 100% Qualität, 100% Service und 100% Kompetenz, in den Ausgang geht, erntet man zumindest einige komische Blicke dafür.»

Das Feedback-T-Shirt
Richtiggehend interaktiv wird das T-Shirt, welches er für den Schaffhauser «Güterhof» in Winterthur tragen wird. Mit einem Kreuz sollen die Empfänger der Werbebotschaft direkt auf dem T-Shirt markieren, ob sie den «Güterhof» bereits kennen oder nicht. «So hat Geschäftsführerin Linda Prager neben der Werbewirkung gleich noch ein Feedback zum Bekanntheitsgrad ihres Lokals in Winterthur.» In dem Projekt «Ich trage Ihr T-Shirt» kann Stefan Steiner etliche seiner Fähigkeiten einsetzen. «Es ist ein Mix aus Marketing und Online-Medien», so Steiner. Genau in diesem Bereich will Steiner, der sein Studium bald beenden wird, nachher auch eine Stelle suchen. Dass es trotzdem eine Neuauflage oder Fortführung des T-Shirt-Sponsorings geben wird, schliesst er aber nicht aus. Auch Nachahmer sind bereits aufmerksam geworden. Ein Mitstudent habe gesagt, er werde die Aktion «Ich trage Ihren Pullover» lancieren. Ob der Ankündigung Taten folgen, ist noch offen.

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6 Kommentare

  1. Melanie sagt:

    cool! aber akademische spätzünder sollen wir sein? wir planen einfach (anders) ;-), wobei ich darin bis jetzt nur vorteile sehen kann…

  2. Stefan sagt:

    Ja wir haben mit dem Studium schon später angefangen als viele andere Studenten. Aber das muss ja nicht schlechter sein. Immerhin haben wir 4 Jahre Berufserfahrung mehr als der Durchschnitt.

  3. Flug sagt:

    Also die Idee an sich ist echt klasse, aber auch ausbaufähig.
    wie wärs mit einer Firma mit 100 Studenten (Der selben Uni) auf 400 Euro basis und ALLE tragen 1 Tag lang ein Shirt der selben Firma. Das wär doch mal wirklich auffallende und flächendeckende Werbung =)

  4. Stefan sagt:

    @Flug: Das ist absolut kein Problem. Schicken Sie mir eine E-Mail und wir können die Idee entwickeln.

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